Der Innenraum des Parthenon

Die Gestaltung des Innenraumes unterlag Pheidias. Vieles über das Leben des wohl größten Bildhauers der Antike liegt im Dunkeln. Wie auch der Verbleib seines wohl bedeutendsten Kunstwerkes: Der Statue der Athena Parthenos. Das ca. 11,5 m hohe Standbild war aus Gold und Elfenbein gefertigt und ebenso kostspielig wie der Tempel selbst. Vermutungen zufolge wurde das Kunstwerk in spätrömischer Zeit entwendet und nach Konstantinopel verbracht, wo sich seine Spur verlor.

Römische Kopien und Überlieferungen antiker Autoren halfen das Aussehen der Athena Parthenos detailgetreu zu rekonstruieren: Ihre linke Hand hielt den Schild, die rechte Hand die Siegesgöttin Nike als kleine geflügelte Skulptur. Aufwendig verziert war die Kleidung, die sich im wesentlichen aus dem Peplos (Gewand) und der Aigis (göttliches, goldenes Brustfell) zusammensetzte. Die Aigis (auch Ägis) ist von Schlangen umrandet und stellt in ihrer Mitte den Kopf der Gorgo dar. Dieses goldene Ziegenfell diente sowohl Zeus als auch Athene und Apollo als Werkzeug, um Gewitter zu erzeugen. Der Gott Hephaistos war es, der daraus einen Schild fertigte, dessen Kraft nicht einmal die Blitze des Zeus zu zerstören vermochten. Vormals Eigentum des Göttervaters gelangte es später in den Besitz von Athene. Die Gorgo ist Sinnbild einer Schreckgestalt der Mythologie, deren Anblick den Betrachter zu Stein erstarren lässt. Bekannteste unter den dreien ist die von Perseus enthauptete Medusa. Und noch heute begegnet uns die griechische Mythologie in der Redewendung: "Unter jemandes Ägide (Schutz) stehen".

Westgiebel, innen die Cella
Westgiebel, innen die Cella

Die Außergewöhnlichkeit der Tempelarchitektur des Parthenon lag in der Notwendigkeit, diesen der Statue der Athena anzupassen. Die Cella wurde extrem breit, aber kurz angelegt. Auch die Säulen zeichneten sich durch ungewöhnliche Anordnung aus. 46 Randsäulen unterteilen sich in je 8 an der Vorder- und je 17 an der Längsseite. Sie bilden eine Ringhalle um die Cella, die sich in Vorhallen zu je 6 Säulen hin öffnet. Von dem sattelförmigen Dach wurde das Regenwasser zu den Wasserspeiern geleitet. Von den beiden Räumen diente der kleinere als Schatzkammer.

Die Bildwerke des Parthenon

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